Neuer Wohlstand, der Campanile & die Biennale


Neuen Wohlstand ereilte Venedig durch die Öffnung des Suez-Kanals im Jahr 1869. Der neue Hafen für hochseetüchtige Schiffe, der nun zweitgrößte nach Genua in Italien, brachte Kolonialbeamte und reiche Europäer in die Stadt. Auf Lido kamen Seebäder in Mode. Luxuriöse Hotels machten die Insel zu einem begehrten Ferienort. Reiche Prominente förderten Kunst und Architektur in Venedig; die Biennale wurde 1895 eingeführt und eröffnete mit Werken von Monet und Renoir.

Wenige Jahre vor der ersten Biennale starben Wagner 1883 und der Dichter Robert Browning 1889 in Venedig. Kurz nach der Jahrhundertwende, 1902, stürzt der 1000 Jahre alte Campanile auf der Piazza San Marco ein und wird in den darauffolgenden 10 Jahren wieder aufgebaut. Ein Jahr nach dem Einsturz wurde Kardinal Sarto von Venedig Papst Pius X. 1907 wird das Nobelhotel Excelsior erbaut, dem damals größten Hotel der Welt.

Gegen Ende des ersten Weltkrieges erlebte Veneto noch starke Gefechte auf dessen Bergpässen. Der Eisenbahndamm wird 1931 um Straßen für Autos erweitert. Das erste Filmfestival fand ein Jahr später statt. Nach dem zweiten Weltkrieg, währenddessen Mussolini in Italien herrscht, fanden 1956 die Olympischen Winterspiele in Cortina d’Ampezzo statt. Kardinal Roncalli wird Papst Johannes XXIII 1959. Nur ein Jahr später wird der Flughafen von Venedig eröffnet. Die Friedhofsinsel San Michele ist heute Ruhestätte vieler prominenter Ausländer wie bspw. Igor Strawinsky, Ezra Pound und Sergei Diagilew.