Von den Dörfern in sumpfiger Lagune


Auf der Flucht vor den Goten flüchteten die Bewohner des Veneto auf die unbewohnten Inseln an der Adria. Während die Goten plündernd und zerstörerisch weiter in Richtung Rom vorstießen, bauten die Veneter Dörfer im Schutze der sumpfigen Lagune. Eine dieser Siedlungen entstand um die heutige Rialtobrücke. Im Jahre 421 wurde die Stadt Venedig gegründet; den Chroniken nach am 25. April – dem Tag des heiligen Markus.

Der Hunnenkönig Attila und der Gote Totila fallen 452 bzw. 552 in Italien ein und plündern das Veneto. Noch heute existiert der steinerne Thron Attilas in Torcello. Nur wenige Jahre nach Totila beginnt die Invasion der Lombarden und eine Massenflucht beginnt auf die Inseln an der Adria. Um 700 werden die ersten Dogen gewählt (Paoluccio Anafesta) bzw. genannt (Orso Ipato). Karl der Große hilft den Venetern bei der Vertreibung der Lombarden und wird 800 von Papst Leo III. zum Kaiser des Hl. Römischen Reiches gekrönt.

In den folgenden 100 Jahren werden die ersten venezianischen Münzen geprägt, der erste Dogenpalast gebaut, die erste San-Marco-Basilika fertiggestellt und König Berengar I. wählt Verona als Sitz seiner Regierung. 828 werden die Gebeine des hl. Markus von venezianischen Kaufleuten aus Alexandria geraubt. Die wichtigen Handelsbeziehungen mit Byzanz verhalfen Venedig zu wachsendem Wohlstand.

1000 wird die Adria durch den Dogen Pietro Orseolo von Piraten befreit. Dies wird noch heute jährlich am Himmelfahrtssonntag (Sensa) mit dem Fest der “Vermählung mit dem Meer” gefeiert. In den darauf folgenden 200 Jahren beginnt der erste Kreuzzug, welchen Venedig mit Schiffen und Ausrüstung unterstützt. Auch erhält Venedig eine erste Straßenbeleuchtung, die sechs Stadtviertel werden gegründet und die erste Rialtobrücke gebaut. Kaiser Friedrich Barbarossa willigt 1177 ein, mit Papst Alexander III. Frieden zu schließen. Den vierten Kreuzzug 1202 nutzt Venedig, um Byzanz zu erobern.