Der Erhalt Venedigs – Tourismus, Hochwasser, Tradition
Nach Venedigs schlimmsten Hochwasser 1966 besann man sich auf die Zukunft der historisch bedeutsamen Stadt und die UNESCO ruft zum Schutz selbiger auf. Die Pläne, einen Teil der Lagune für die Vergrößerung der Industriezone Maghera trocken zu legen, wurden nach Protesten 1968 verworfen. 1970 wird Tod in Venedig gedreht, ein Film von Luchino Viscontis.
Zum weiteren Schutze der Stadt werden 1973 Gesetze zur Verringerung der Luftverschmutzung, dem Absinken von Gebäuden und Überschwemmungen erlassen. Nur 33 Tage nach seiner Wahl zum Papst Johannes Paul I. stirbt der Patriarch Luciani von Venedig. Im Jahr darauf wird der Karneval in Venedig wiederbelebt. Die Gesetze gegen das Absinken führen 1983 zum Erfolg. Die Entnahme von Grundwasser wird in diesem Jahr verboten.
Das 60. Jubiläum feiern 1992 die Filmfestspiele. Drei Jahre später wird die Biennale zum hundertsten Mal durchgeführt. 2002 beginnen die Bauarbeiten an der vierten Brücke über den Canal Grande. Obwohl die Stadt regelmäßig von Hochwasser überschwemmt wird, wurde über eine Flutbarriere kontrovers diskutiert. Die Bauarbeiten an der Barriere werden 2002 von der Staatsregierung genehmigt und 2004 begonnen. 2011 sollen diese abgeschlossen sein. 79 Schleusentore sollen die Stadt dann weitestgehend vor neuen Überflutungen schützen.
Jahr für Jahr besuchen über 14 Millionen Menschen Venedig. Der Tourismus ist zu einer sehr wichtigen Einnahmequelle für die Stadt und dessen Bevölkerung geworden. Feste wie die Regatta Storica, der Karneval und die Biennale schaffen wichtige Arbeitsplätze. Auch uralte Traditionen wie die Glasmanufakturen auf Murano und die Stickereien auf Burano profitieren hiervon und werden erhalten. Doch die stetig steigenden Grundstückspreise machen vielerorts die Mieten für Venedigs Einwohner unbezahlbar. Dies wiederum führt dazu, dass Venedig zu einem lebendigen Museum wird, in welchem reiche Ausländer ihren Zweit- oder Drittwohnsitz haben, welchen sie jedoch nur 1-2 mal im Jahr aufsuchen. Viele Einwohner, welche die Stadt über Generationen bevölkerten, müssen diese nun verlassen, weil sie sich das Leben hier nicht mehr leisten können.











