Google+ Titelbild

Als Fotograf bei Google+

Google+ („Google Plus“) verfolgt uns nun schon einige Zeit und der Strom an neuen Erkenntnissen, neuen Features und Addons reißt nicht ab. Ich habe mir gleich nach Go-Live einen Zugang ergattern können und bin [nachwievor] positiv überrascht.

Was als „+1“-Button in den Suchergebnissen begann, ist zu einem (potentiellen) Quantensprung für Google im Social Web geworden. Die Kritiken sind vielseitig positiv und negativ; entsprechend bleibt die Akzeptanz des neuen Dienstes bei den Usern abzuwarten.

Doch die tiefe Integration von Google+ in sämtliche Services des Internet-Giganten ist äußerst intelligent. Vom „+1″en (hier sollte Google noch ein passendes Verb finden, alternativ einfach „like“) des Webcontents zur Empfehlung an meine Kontakte (/Follower) bis hin zur Beeinflussung des Google Rankings durch die Userinteraktion selbst, dem sozialen Austausch über diesen Content und der zielgerichteten, „interessenbezogenen Werbung„: All dies führt die bisher nur rudimentär online verknüpften Dienste von Google näher zusammen. Schafft Google damit das, was Microsoft mit Windows „offline“ und Apple mit seiner Produktpalette erreicht haben?

Weg von der Philosophie, hin zum täglichen Doing als Fotograf: während die Online-Communities Facebook, Flicker, deviantArt & Co. zu wichtigen Medien zur Eigenwerbung / Selbstdarstellung geworden sind, tut sich die Frage auf, was Google+ dem Fotografen Gutes tun kann oder ggü. den zuvor Genannten an Mehrwerten bietet.

Unternehmensprofile: Google+ Seiten

Google hatte anfänglich Firmen mit Google+ Profil gesperrt, da der Service sich nur an Einzelpersonen richtete. Hierunter fallen letztendlich die meisten Fotografen, welche freiberuflich oder selbständig tätig sind. Mittlerweile sind die Google+ Seiten verfügbar (und ich bin „auch vertreten„). Sie orientieren sich funktional an den Google+ Profilen der Einzelpersonen, dürften aber künftig noch tiefer in die Geschäftsfeatures anderer Google Dienste, wie bspw. Google Maps, integriert sein. Mit dem Zusammenschluss von Google Local mit Google+ ist die Richtung Googles mittlerweile eindeutig.

In den letzten Monaten hat Google kontinuierlich die Funktionen der Google+ Unternehmensseiten erweitert. So findet sich im Menü ein Punkt Dashboard, über welchen die wichtigsten Einstellungs- und Administrationsdinge zu finden sind. Dazu gehört die Bearbeitung der Unternehmensinfos, eine Statistik über die Seitenaufrufe, die Top Suchanfragen, die zum Aufruf der Google+ Seite führten und anderes mehr.

Google+ Dashboard für Unternehmensseiten

Über entsprechende weitere Menüpunkte findet man dann auch weitere, detailiertere Informationen. Dazu gehören die Connected Services, um die Google Dienste über eine API an eigene mobile Apps zu knüpfen sowie „Für meine Webseite“, um die Google Recommendations für die eigene Webseite zu aktivieren. Dies sind automatische Empfehlungen auf die eigenen Seiten oder Beiträge, welche automatisch eingeblendet werden, wenn der User auf einem mobilen Gerät (oder einfach schmalem Bildschirm) nach unten scrollt. Eine schicke Anleitung, wie man dies in die eigene Seite einbaut, findet ihr hier.

Total schick finde ich im Übrigen die neuen Google+ Badges. Diese lassen sich nicht nur für Unternehmensseiten, sondern auch für die normalen Google+ Profile erstellen. Weitere Tools führt Google in den Gooogle Developer Plugins für Webseiten auf.

Insbesondere zu beachten ist als Fotograf grundsätzlich die Angabe des Impressums, wie es auch bei den anderen Communities von Rechtsexperten empfohlen wird. Erfreulicherweise zeigt Google bei Angabe des Direktlinks zum Impressum auf der eigenen Webseite in den Google+ Seiteninfos den Link zur Hauptdomain und nicht mehr den exakten, vollständigen Link – an meinem Beispiel also danielnoha.de statt danielnoha.de/impressum.

Aktuell warte ich insbesondere noch auf die Möglichkeit, über Google+ Gutscheine anzubieten… ;)

Unbegrenzt viele Fotos hochladen

Ein großes Plus für Google+ ist der unbegrenzte, kostenlose Webspace zum Ablegen der Fotos bis zu einer Kantenlänge von 2048 Pixeln. Die Fotos können ganz bequem über das Google+ Profil hochgeladen und präsentiert werden:

Google+ Foto Features

Für alle Smartphone-Fotografen gibt es für Android und iOS eine Google+ App. Ich persönlich nutze diese nicht so regelmäßig wie die Facebook-App, da sie mir derzeit schlicht noch zu unübersichtlich und unhandlich ist. Aber das sollte jeder selbst beurteilen :)

Ein weiteres interessantes Feature ist das Bearbeiten der Bilder bei Google+ Photos, darunter das automatische Verbessern – „Auto Enhance“. Wie die korrigierten Bilder dann aussehen, lässt sich hier ganz gut anschauen. Natürlich speichert Google+ dabei eine Kopie und ihr führt die Änderungen nicht am Original durch – was euch dadurch nicht verloren geht. Darüber hinaus können mittels Mehrfachaufnahmen einzelner Motive unbeliebte Objekte entfernt werden („Eraser“) oder ihr legt mehrere Bilder übereinander und erzeugt einen sogenannten Stroboskopeffekt („Action“) (Quelle nachfolgender Screenshots: Google).

eraser action

Darüber hinaus entwickelt sich Google+ Photos zu einer echten Alternative für die einfache Foto-Optimierung, ohne dass ihr die Fotos lokal gespeichert und mit einem speziellen Programm bearbeiten müsst. Es verlagert sich bei Google eben alles so nach und nach in die Cloud – nicht nur die Dokumentenverarbeitung mit Google Docs, sonern eben auch die tollen Möglichkeiten der Fotobearbeitung. So können die Bilder in Kontrast und Helligkeit, sowie im Ausschnitt angepasst werden, Farbtöne geben den Fotos den gewünschten Touch, aber auch bspw. eine Vignettierung ist möglich. Und wie das Ganze live aussieht, könnt ihr euch in folgendem Video anschauen, in welchem kurz und knapp gezeigt wird, welche Möglichkeiten ihr mittlerweile mit der Online-Fotobearbeitung habt. Weitere neue Funktionen der letzten Zeit hat Google auf dieser Seite zusammengefasst.

Mit dem Profilbild auf Blickfang

Ein besonderer Leckerbissen ist das Google+ Profilbild. Zu Beginn des sozialen Netzwerks konnte man hier noch 5 Bilder nebeneinander anzeigen – über alle Untermenüs des Profils hinweg. Google hat dies durch ein riesiges, einzelnes Bild ersetzt, was bei einigen Usern für einen großen Aufschrei sorgte. Wem das große Headerbild viel zu groß ist (bei normaler 4:3 Auflösung geht es schon mal über den gesamten Bildschirm), der kann sich eines einfachen Tricks bedienen: Profilbild anklicken, auf Bearbeiten klicken und in der Größe beschneiden – speichern. Fertig.

Google+ Profilbild

Doch wie finden nun Kunden das so einfach und doch geschmackvoll und wohl überlegt gestaltete Goolge+ Profil bzw. DEN Fotografen für bspw. DIE zu vergebene Hochzeit? Genau hier schließt sich der „Social Circle“ (Google hat die Gruppeneinteilung der Google+ Kontakte nicht ohne Grund „Circles“ genannt): in den Suchergebnissen Googles sieht man, was Freunden und Bekannten im Web gefallen hat. So entscheiden also nicht mehr nur SEO, SEM und eine dicke Brieftasche über das Ranking des Online-Auftritts eines Fotografen, sondern die Qualität im Sinne der „+1“-Stimmen der (Google) Social Community.

Urheber- & Datenschutz bei Goolge+

Facebook wurde oftmals gescholten für deren Urheberrechtspolitik und hatte einige Pannen hinsichtlich des Datenschutzes der Nutzerdaten. Google möchte dies besser machen und so heißt es unter Punkt 5 in den allgemeinen Nutzungsbedingungen der Google Dienste:

Indem Sie urheberrechtlich oder sonst rechtlich geschützte Inhalte wie beispielsweise Texte, Bilder, Videos, Audiofiles oder Computersoftware in einen bestimmten Dienst einstellen, räumen Sie dadurch Google und den zur Google Gruppe gehörenden Unternehmen sowie den Vertragspartnern von Google die notwendigen, nicht-ausschließlichen und weltweiten, zeitlich unbegrenzten Rechte ein, diese Inhalte ausschließlich zum Zweck der Erbringung des jeweiligen Dienstes und lediglich in dem dafür nötigen Umfang zu nutzen. Damit Google den jeweiligen Dienst anbieten kann, müssen die Inhalte zum Beispiel gespeichert und auf Servern gehostet werden. Das Nutzungsrecht umfasst daher insbesondere das Recht, die Inhalte technisch zu vervielfältigen.

Weiterhin räumen Sie Google das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung Ihrer Inhalte ausschließlich für den Fall ein, dass Sie wegen der Natur des jeweiligen Dienstes eine öffentliche Zugänglichmachung beabsichtigen (z. B. in Google Video und Blogger) oder Sie ausdrücklich eine öffentliche Zugänglichmachung bestimmt haben (wie dies bei Google Text & Tabellen oder Picasa der Fall sein kann). Das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung endet mit dem Zeitpunkt, in dem Sie einen eingestellten Inhalt aus einem bestimmten Dienst entfernen oder die Bestimmung der öffentlichen Zugänglichmachung aufheben.

Bei Facebook sieht das weniger erfreulich aus (Facebook Nutzungsbedingungen):

Für Inhalte wie Fotos und Videos („IP-Inhalte“), die unter die Rechte an geistigem Eigentum fallen, erteilst du uns durch deine Privatsphäre- und Anwendungseinstellungen die folgende Erlaubnis: Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“). Diese IP-Lizenz endet, wenn du deine IP-Inhalte oder dein Konto löschst, außer deine Inhalte wurden mit anderen Nutzern geteilt und diese haben die Inhalte nicht gelöscht.

Facebook schließt hierbei nicht aus, dass bspw. Fotos (wie bei Google+) nur für bestimmte Dienste / Zwecke verwendet werden. Die Verwendung der Daten kann zwar ganz versteckt in den Einstellungen deaktiviert werden, ist aber von vornherein aktiviert. Außerdem handelt es sich bei geteiltem Content um „Kopien“ des Contents: auch bei einem Löschen des Accounts oder des Ursprungsinhalts, hat Facebook nach wie vor das Recht, die Inhalte weiter zu vermarkten.

Bei Google+ kann das Teilen je Beitrag unterbunden werden (auch nachträglich). Man erkennt zudem, wer welchen Inhalt erneut geteilt hat. Kommentare können jederzeit bearbeitet, gemeldet oder gelöscht werden. Deutliche Pluspunkte und ein gelungener Abschluss: Google macht von vornherein vieles „richtiger“ und genießt bei mir deutlich mehr Sympathiepunkte.

Und zu guter Letzt…

Beim täglichen Stöbern durch die Google+ News bin ich über folgende nette Idee gestolpert: ein simpler Redirect des eigenen Webauftritts, ergänzt um ein „/+“ zum Google Profil: www.danielnoha.de/+.

Dies ist recht einfach umzusetzen mittels eines Eintrags in der .htaccess-Datei (am Beispiel meines Google+ Profils):

Redirect 301 /+ https://plus.google.com/+DanielNohaFotografieMünchen/

Möchte man mehrere Weiterleitungen einrichten, bspw. zu Google+ und zu Facebook, so sollte man nicht o.g. Code verwenden, sondern folgenden an den Anfang der .htaccess-Datei einfügen:

RewriteCond %{HTTP_HOST} ^danielnoha.de$ [OR]
RewriteCond %{HTTP_HOST} ^www.danielnoha.de$
RewriteRule ^\+$ "http\:\/\/plus\.google\.com\/108981479387611905725\/" [R=301,L]
RewriteRule ^fb$ "http\:\/\/www\.facebook\.com\/Daniel\.Noha\.Photography\/" [R=301,L]

Aktualisierungen:

– 01.11.2013: Ergänzung der neuen Funktionen Eraser und Action
– 15.09.2013: Ergänzungen zu den neuen Fotobearbeitungsmöglichkeiten
– 16.07.2013: Erweiterung der Hinweise zur URL-Weiterleitung am Ende des Beitrags
– 01.07.2013: Komplette, inhaltliche Überarbeitung (Foto-Upload-Features, Unternehmensseiten u.a.)
– 13.11.2011: Google+ Seiten & GPluspic ergänzt, allgemeine Aktualisierungen

Als Fotograf bei Google+
5 (100%) 1 Stimmen

7 Antworten
  1. Henrik
    Henrik says:

    Hi,

    ja das Thema wurde schon öfters angesprochen. Leider fehlt oben der Hinweis auf

    11.1 You retain copyright and any other rights you already hold in Content which you submit, post or display on or through, the Services. By submitting, posting or displaying the content you give Google a perpetual, irrevocable, worldwide, royalty-free, and non-exclusive license to reproduce, adapt, modify, translate, publish, publicly perform, publicly display and distribute any Content which you submit, post or display on or through, the Services. This license is for the sole purpose of enabling Google to display, distribute and promote the Services and may be revoked for certain Services as defined in the Additional Terms of those Services.

    Das das Urheberrecht unangetastet bleibt ist ausser Frage. Interressant ist das Verwertungsrecht ;-)
    Ist wie bei flickr auch: Man muss sich überlegen ob man das Recht abgeben möchte.

    Antworten
    • Daniel
      Daniel says:

      Danke für deinen wertvollen Beitrag! Ich überlege mittlerweile auch sehr genau, welche Bilder ich online publiziere, in welcher Auflösung und ob mir zu allen Bildern (insbes. Portraits) die entsprechenden Einwilligungserklärungen vorliegen. Ich denke es ist wichtig, sich mit den Nutzungsbedingungen der Communities auseinander zu setzen. Ist wie mit den AGB: man sollte sie eigentlich zwingend lesen, aber wer tut das schon regelmäßig?

      Antworten
    • Daniel
      Daniel says:

      Hallo Paul, da hast du wohl Recht. Ich bin ebenfalls überrascht, auf was man in den letzten Jahren so alles zusätzlich achten muss und werde das Gefühl nicht los, dass dies so weiter gehen wird. VG

      Antworten

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