Wissenswertes über diese Kirche

Die erste Kirche in der Au Münchens, die Heilig-Kreuz-Kapelle, wurde wegen eines Kreuzes errichtet, welches ein Hochwasser der Isar 1463 an der Westseite des heutigen Mariahilfplatzes angespült hatte. Sie wurde 1466 eingeweiht und 1817 abgerissen.

Zu Ehren des heiligen Karl Borromäus wurde 1621, dort wo heute das Landratsamt ansässig ist, eine zweite Kirche erbaut: die Klosterkirche St. Karl Borromäus. 1625 wurde diese Kirche geweiht. Den Paulanern war die Pfarrseelsorge anvertraut, weshalb die Kirche als Pfarrkirche galt. 1799 wurde die Klosterkirche jedoch säkularisiert und diente wenige Jahre später als Heu- und Strohmagazin, bevor sie 1901-02 zum Amtsgericht umgebaut wurde.

Eine dritte Kirche, die Mariahilf-Kapelle, 1632-39 erbaut, wurde Heimat der Marienstatue und diente nach dem Teilabbruch der Klosterkirche als Pfarrkirche. Die Marienstatue selbst wurde dem Lothringer Sebastian von Rothon, welcher am Münchner Hof lebte, in Paris geschenkt. Er brachte sie 1629 in die Au. Die Kirche, welche der Gottesmutter und dem heiligen Franz von Paula geweiht wurde, ward aufgrund der wundertätig wirkenden Statue zur Pilgerstätte und wurde deshalb “Mariahilf” genannt. Als Pfarrkirche wurde sie jedoch sehr bald zu klein.

Die heutige Mariahilfkirche, von Joseph Daniel Ohlmüller 1831-39 im neugotischen Stil erbaut, war die vierte Kirche der Au. 1839 wurde sie von Erzbischof Lothar Anselm von Gebsattel geweiht. Das Dach wurde mit bunten Ziegeln gedeckt, die Turmspitze nach dem Freiburger Münster entworfen, der Turm ist 93m hoch. Die 19 Glasfenster im Nazarenerstil, gestiftet von König Ludwig I., waren stilprägend für die Romantik und direktes Vorbild für den Kölner Dom. Die Marienstatue erhielt im rechten Seitenaltar seinen Platz. Die Kirche diente fortan als Pfarrkirche, Gnadenort und Wallfahrtsort zugleich.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Mariahilfkirche 1943-44 schwer beschädigt. Das gesamte Gewölbe stürzte ein, die Fenster zerbarsten, Turm und Schiff standen in Flammen. Bis auf die Außenmauern wurde das Gotteshaus zerstört; der Turm jedoch hielt stand. Stadtpfarrer Dr. Joseph Holzer setzte sich vehement für den Wiederaufbau ein. Großzügige Spenden der Auer Bürger ermöglichten letztendlich die Restauration nach Plänen von Hans Döllgast und Michael Steinbrecher in den Jahren 1951-53. Joseph Kardinal Wendel weihte die Mariahilfkirche 1953 wieder ein. Die großen Spitzbogenfenster wurden zugemauert, das bunte Ziegeldach und die beiden Seitentürmchen wurden nicht wieder hergestellt. 1971 musste die Turmspitze abgetragen werden, da sie mürbe geworden war durch den einstigen Brand und die Wettereinflüsse. Zehn Jahre später wurde sie durch einen Betonguss nachgebildet und ersetzt. Auch diese Baumaßnahme, deren Kosten sich auf 1,79 Mio. Euro beliefen, wurde maßgeblich durch Spenden der Auer Bevölkerung getragen. 1993 wurde das Bronze-Hauptportal von Franz Berberich, gegossen in der Kunstschmiede Nüßl, eingeweiht.

Anschrift: Mariahilfplatz 11, 81541 München – zur Webseite

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